Lyrische Besuche // in Schloss Trebnitz

Ort: Auf dem Campus und Gutshof Schloss Trebnitz in Brandenburg, nahe der polnischen Grenze, kurz vor den Seelower Höhen, wo 1945 die größte Schlacht des Zweiten Weltkrieges zwischen Roter Armee und deutscher Wehrmacht stattfand und 45.000 Soldaten starben und 40.000 verwundet wurden, treffen sich heute Kunst, Politik und Soziales. Das Gutshaus seit 1827 im Besitz der Familie von Brünneck wurde 1945 enteignet, erst von der Wehrmacht, dann von der Roten Armee genutzt. Es war russische Kommandantur, Flüchtlingslager, erste Herberge vieler Heimatloser und Vertriebener, bis 1974 dann Trebnitzer Schule und Kindergarten, Wohn- und Bürogebäude, sowie Ferienlager. 1992 wurde der Verein Schloß Trebnitz, Bildungs- und Begegnungszentrum gegründet, um es in ein offenes Haus für internationale Jugendbegegnungen zu verwandeln, zur Völkerverständigung. Heute treffen sich in Begegnungsprojekten auf dem Campus Jugendliche aus vielen Ländern, dazugibt es vor Ort das Archiv für Heilpädagogik, das Studierende besuchen und das Museum Gustav Seitz, mit dem Nachlass des Bildhauers, der neben Büsten von Brecht, Thomas und Heinrich Mann, vor allem auch die berühmten Skulpturen von Käthe Kollwitz fertigte. Und so kommen auch Besucher*innen des Museums auf den Campus, so wie Trebnitzer Bürger*innen, die im Dorfladen einkaufen.

Prozess: als zeitweilige „Schlossschreiberin“ habe ich am bunten Geschehen vor Ort teilgenommen und wahrgenommen. Und dann versucht, Worte dafür zu finden, welche Bedeutung Campus und Schloss haben, in Verbindung mit unserer Geschichte im Nationalsozialismus und dem, was dort heute politisch, sozial, kulturell, künstlerisch, passiert, um Verständigung zwischen Menschen anzuregen.

Ergebnisse:  Es entstanden 16 Gedichte in einem Collageheft, die einen Rundgang über den Campus beschreiben, zu den Stationen: Dorfladen, Gustav-Seitz-Museum, Skulptur Käthe Kollwitz und Schloss.

Beteiligte Projektpartner*innen / Finanzierung: Gustav Seitz Museum // Schloß Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V. // Gefördert mit den Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg